DX Freunde

Anmelden

LazyBazookaLoopXXX - QRM Eliminator Antenne

Lazy Loop Bazooka Dipol AntennaDer Weltraum, unendliche Weiten ...

bringt manchmal gute Zeiten, gute Zeiten für Europa weite Verbindungen auf dem 11 Meter-Band. Manchmal kommt dann auch, so scheint es, ganz Europa gleichzeitig auf die TripleXXX Spielwiese um den kurzen Boom aus zu nutzen. Wenn dann noch der PLC-Rasenmäher vom Nachbarn auf der XXX rattert, ist der europäische USB-Anrufkanal ruckzuck bis zum Rand voll und man hat schon fast gar keine Lust mehr in dieses volle Fass noch ein CQ zu rufen. Hier hilft dann auch kein QRM-Eliminator mehr.

Wie bekommt man also das Chaos aus CQ-Rufen und aufschwappenden Störnebel aufgelöst und an möglichst brauchbare Nutzsignale. Der beste Weg ist gleich am Anfang der Kette eine Selektion vor zu nehmen. Durch Richtwirkung der Antenne kann schon einmal eine Vorzugsrichtung angepeilt werden und das gesuchte Nutzsignal hat bessere Chancen lesbar zu werden. Ein weiteres Mittel ist die Polarisation der Antenne zu ändern, manchmal kommt eine Reflexion über die Horizontale besser rein.

Die einfachste Form der Richtantenne ist der Dipol, er hat zwei gleichwertige Empfangsmaxima. Durch drehen kann er auf das Nutzsignal optimiert werden und unterdrückt seitlich einfallende Signale. Mit seinem Platzbedarf von über fünf Metern ist er nicht ganz handlich. Soll jetzt auch noch die Polarisation angepasst werden, ist er sehr sperrig. Das ganze dann noch für das schelle QSO vom Berg, bedeutet viel Aufbauaufwand und einen erheblichen Platzbedarf. Eine scharfe Frequenzselektion ist mit einem einfachen Dipol nicht möglich.

Leider öffnet sich das Band nicht nur für genau die Arbeitsfrequenz, sondern die Öffnung zieht natürlich den Pegel auf dem gesamten 11 Meter-Band nach oben. Dadurch kommen nicht nur die gesuchten DX-Signale mit stärkerem Pegel an, sondern auch der restliche EU-QRM und Splatter macht dem RX zu schaffen. Stationen aus Italy haben auf einmal S-Werte, wie Stationen aus dem direkten Bodenwellenbereich und machen dann natürlich genau so Überschläge. Folge ist, dass der Empfänger dann auch von weit entfernten Stationen zugestopft wird und vom gesuchten DX-Partner nicht viel zu verstehen ist. Hier hilft dann nur noch eine bessere Selektion des Empfangs. Ohne eine Manipulation am Empfangsteil vor zu nehmen, kann dies gleich von der Antenne bewerkstelligt werden. Eine sehr schmalbandige Antenne hat in solch einer Situation ihre große Stunde. Sie unterdrückt alle Signale ober- und unterhalb der Arbeitsfrequenz und entlastet dadurch den Empfänger erheblich.

 

ugly balunVon der Baugröße wesentlich handlicher und hoch selektiv ist die Magnetic Loop Antenne. Über einen Drehkondensator kann die Antenne messerscharf auf die Arbeitsfrequenz getuned werden. Durch die geschlossene Kreisform wirkt die Antenne wie eine Spule im magnetischen Spektrum des Funksignals. Dadurch können sehr viele Störanteile hoch effektiv ausgeblendet werden. Durch die kleine Bauform kann der Magnetic Loop sehr leicht horizontal oder vertikal Polarisiert werden. Auch der Magnetic Loop hat eine Richtwirkung auf zwei Ebenen. Leider wird der Strahler ab einer Länge >λ1/4 sehr schwer anpassbar und daher seine effektive Länge begrenzt. Eine Magnetic Loop muss sehr sorgfältig gebaut werden, jede Schlamperei führt zu erheblichen Verlusten. Der Drehko im Kopteil muss von guter Qualität sein, HF-fest ausgeführt sein und ist damit teuer und sensibel. Bei einem QSY über mehrere Kanäle muss der Loop neu abgeglichen werden. Jeder der schon mit Magnetic Loops gefunkt hat, kennt die Wunderverbindungen die mit ihm möglich sind. Eine Allround-Wunderantenne ist er aber auch nicht, die magnetische Komponente des Signals ist oft einfach schwächer als der HF-Anteil und die effektive Strahlerlänge recht kurz.

Also ist es mal an der Zeit was neues aus zu probieren, den LazyBLoop ...laugh

Der LazyBazookaLoop ist ein gefalteter Bazooka Ring Dipol. Seine Strahler-Hälften sind extrem verkürzt und finden in einem Hula Hoop Platz. Im Fußpunkt ist der LazyLoop durch einen Ugly-Balun symmetriert. Ziel des Baus war nicht die Suche nach einer neuen Wunderantenne, sondern der praktische Feldversuch am Ugly-Balun und verschiedene Tests mit Inline-Stubs. Im Netz kursieren einige Bauanleitungen für UglyBaluns, welche wohl möglichst viele AFU-Bänder erfassen sollen. Für eine reine Nutzung auf 11 Meter handelt man sich da reichlich unnötige Kapazitäten und Kabelverluste ein. Die Symmetrierung eines Dipols ist ab λ1/2 mal VK 0,66 bei RG58 vorhanden, Mantelwellen aber nur zum Teil unterdrückt. Daher ist der Ugly stets mit mind. 10 Ferrit-Kernen abzuschließen. Mit normalen Dipolhälften aus Draht hat man nun einen nicht schielenden und sehr gut funktionierenden Dipol für kleines Geld. Nur ist man leider wieder bei über fünf Meter Länge.

26-28 MHz

Um die Elemente des Dipols kürzer zu bekommen, kann man sie Aufwickeln oder sich den Verkürzungsfaktor von Koaxkabel zu Nutze machen. Diese Dipol-Antenne aus Koax wird dann auch als Bazooka bezeichnet. Hier wirkt das Koaxkabel wie ein gefalteter Dipol mit unterschiedlich dickem Strahlerseiten. Der Strahler wird um den VK des Koaxkabels kürzer und die Impedanz von 50Ω kann angepasst werden. Verkürzt man nun die Bazooka auf den reinen Koaxteil, hat man einen Stub. Werden nun zwei Stubs als Dipolhälften eingesetzt, erhält man eine Länge von λ1/4 mal VK Koax komplett mal VK Koaxmantel (z.B. 2,63*0,66*0.96)*2, damit also einen sehr kurzen Strahler. Wenn man das ganze dann noch nach Art einer Halo-Antenne in Ringform bringt, hat die Antenne die Maße eines großen Hula Hoops.

Return Loss

Durch Annäherung der Strahlerspitzen kommt es ab einer gewissen Annäherung zur kapazitiven Kopplung zwischen den Strahlerhälften. Die Antenne kann so mit weit unter der eigentlichen Resonanzfrequenz abgestimmt werden, wird aber dadurch immer schmalbandiger und im Verhalten zur Magnetantenne.

Mit seinen stark verkürzten Strahlern hat der LazyBazookaLoop natürlich auch nur eine begrenzte Antennenoberfläche, zu mal auch noch ein Teil des Strahlers geschirmt ist. Zu ersten Testversuchen ist er dann auch nur gegen eine Wilson 5000F auf dem VW-Busdach angetreten. Die Richtwirkung wurde mit dem Feldstärkemeßgerät an der Wilson überprüft und der Ausschlag kann von Voll bei Element Zuwendung, bis hinunter zu Null bei 90 Grad Abwinklung variiert werden und beschreibt eine scharfe Acht. Im Gesamtpegel bleibt der LazyLoop etwas unter dem Level der 1,70 Meter Langen Wilson. Die wahre Magie des Ringes kommt aber dann auf, wenn am normalen Metallstab der QRM in heftigen Wellen auf über S4 ansteigt und nur ein Gemisch aus Signalen zu hören ist - beim LazyBLoop jedoch der Lautsprecher fast stumm bleibt und nur das pure und klare Nutzsignal laut und gut lesbar wird. RingMagic!